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Katholische Kirche in Oberwittstadt
  

Nach über 100 Jahren vorausgegangener Verhandlungen und Streit über die Zuständigkeit und die Kostenaufteilung unter den Dezimatoren Hochstift Würzburg und Kloster Schöntal und der Gemeinde Oberwittstadt wurde endlich am 21. Mai 1755 Johann Baum, dem Baumeister des Ritterstiftes zu Wimpfen, der Bauauftrag für eine neue Kirche in Oberwittstadt erteilt. 1755 und 1756 wurde der Rohbau der neuen Kirche erstellt.
Bitte hier text einfügen Die Verfertigung des Hochaltars, des Tabernakels und der Kanzel erfolgte erst 1760 durch den Krautheimer Schreinermeister Casper Veth für 380 Gulden. Von diesem Betrag hatte Veth 136 Gulden an den Bildhauer Johann Andreas Sommer aus Künzelsau für den Figurenschmuck und die künstlerische Ausgestaltung zu entrichten. Daraus entstand ein längerer Streit um Nachforderungen durch Schreinermeister Casper Veth, dessen Ausgang aber nicht bekannt ist.
Konsekriert wurde das neue Gotteshaus in Oberwittstadt am 7. September 1760. Noch aber stand der schon lange baufällige Turm. Auch um seinen Bau entstand zwischen den Dezimatoren und der Gemeinde Oberwittstadt wieder der alte Kuhhandel um kostenloses Bauholz, Hand- und Fuhrfron und Kostenaufteilung. Mit Beschluß vom 10. Januar 1768 erklärte sich Oberwittstadt bereit, das Bauholz kostenlos zu liefern und die Hand- und Fuhrfron zu übernehmen. „sofern nicht der Weg weiter wie 2 Stunden wegs außerhalb der Markung ist.“
Trotz dieser Bereitwilligkeit der Gemeinde und obwohl herunterfallende Steine einen Knaben beim Läuten verletzten, zog sich der Turmbau hin. Schließlich trug man sich, nachdem während eines Gottesdienstes ein großes Mauerstück aus dem alten Turm fiel, mit dem Gedanken, „die Kirchen-Paramente aus der Sakristei im ehemaligen Chor der alten Chorturmkirche zu flüchten.“
1780/81 wurde endlich nach den Plänen des Würzburger Majors Fischer der neue Turm erstellt. Er wurde mit völlig eigenem Mauerwerk östlich an den Chor der neuen Kirche angebaut. Dadurch erwirkt der Turm einen gewissen Eindruck der Selbständigkeit und erinnert ein bisschen an einen Kampanile. Groß war die Freude im Dorf, und der damalige Pfarrer Johann Nikolaus Paul, der sehr wohl wusste, was die hohen Herren gerne hören, schrieb nach Würzburg: „Da aber die höchste hochfürstliche Hulden Fürsorg und Gnad wir nur mit schuldigster Verehrung, Liebe, Treun, gehorsam tiefster Dankbarkeit mit unsern unwürdigen Gebet erwidern können, so wird von dem neuerbauten Kirchen-Thurm jeder Glockenschall, der uns zu Gebeth rufet, erinnern, wie eifrig bey Gott für das höchste Wohl Euer hochfürstlichen Gnaden zu bitten, ich und meine Pfarrkinder verpflichtet seyen und die späten Nachkömmlinge werden den höchsten Namen Franz Ludwig (Würzburger Bischof) dankend segnen, gleichwie wir um lange höchstbeglückte segenvolle Regierung Euer hochfürstlichen Gnaden täglich den Allerhöchsten bitten und in schuldiger Dankbarkeit ersterben.“ Da braucht nichts mehr hinzugefügt werden.