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Kunst, Kultur und Natur

Skulpturen in der Landschaft
  

Radsportler, Naturliebhaber und Freunde von Kunst und Kultur dürfen sich in der Sommersaison 2006 auf ein besonderes Fahrradvergnügen im Bauland freuen. In landschaftlich reizvoller Umgebung verbindet ein 77 km langer Skulpturenradwanderweg die touristischen Ziele der Region und wird dabei selbst zur originellen Ausstellungsstrecke zeitgenössischer Kunst. 19 junge Künstler der Akademien in Stuttgart, Karlsruhe und Halle setzten mit großem Engagement ihre aufwändigen und teils weiträumigen Arbeiten aus Metall und Ensembles aus Stein oder Beton, darunter eine Gemeinschaftsarbeit, bis Oktober 2005 um.

 

 

Bitte hier text einfügenOhne Titel (Leuchtschild)
v. Johannes Vogl u. Thomas Straub

 

Standort: Streckenabschnitt Rosenberg – Ravenstein

 

Auf der Fahrt von Rosenberg nach Ravenstein an dem Manta von Stefan Rohrer am Wegrand und dem Flugobjekt von Christian Friedrich vorbei gelangt der Radler nach wenigen Kilometern zur Gemeinschaftsarbeit von Johannes Vogl und Thomas Straub. Ein Leuchtschild ragt 10,60 Meter hoch in die Landschaft und wird zum Träger einer ausschnitthaften Baumdarstellung. Die Fläche des Schildes wurde zunächst geschwärzt, um sie dann in Abschabtechnik mit einer Kratzzeichnung zu versehen. In einer Momentaufnahme wird ein Detail eines Baumes fixiert, das sich als 1:1 Abbild je nach Standort des Betrachters optisch direkt in die real vorhandene Natur einfügt. Natur und Abbild stehen sich konkret
gegenüber und offenbaren im Laufe der Jahreszeiten ein Moment von Veränderung und Fixierung. Der reale Baum wird sich verändern, Blätter tragen, Äste verlieren oder eines Tages gar gefällt werden. Das Abbild in der Materialität des Schildes hingegen wird immer gleich bleiben. Selbst bei Dämmerung ist der Hinweis auf einen vergangenen Zustand präsent. Solarbetrieben wird das Schild dann in die Landschaft hinausleuchten.
 
Material:
Verkehrsschild mit Kratzzeichnung, Stahlmasten, Solarzellen, Leuchtmittel

 

H 10,60 m, Schild: H 1,85 m x B 2,10 m
 
Künstlerischer Werdegang:
Thomas Straub, Jahrgang 1976
1998-2001 absolviert Thomas Straub die Fachschule für Holzbildhauerei in Oberammergau. 2001-2003 studiert er Freie Künste an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Prof. Christian Höpfner. 2003 wechselt er zur Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe zu Prof. Harald Klingelhöller.
 
Ausstellungen (Auswahl):
2005 Situated Self, Tennispalatsi, Helsinki
2004 es hatte sich angeblich nie ereignet, mit Johannes Vogl, Vitrine/Showroom für junge Kunst, Nürnberg
2003 Zwei Frauen, Vitrine/Showroom für junge Kunst, Nürnberg
2003 Rauminstallation mit Johannes Vogl, Bernhard Bretz und
Matthias Holliger, Badischer Kunstverein Karlsruhe
 
Johannes Vogl, Jahrgang 1981
Nach einem Praktikum bei dem Bildhauer Roman Harasymiw studiert Johannes Vogl 2002-2005 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Stephan Balkenhol und Daniel Roth. 2003 wird er mit einem Stipendium der Stadt Kaufbeuren für den Kunstsommer Irsee bei Martin
Noel ausgezeichnet. Im März 2005 wechselt er zur Akademie der Bildenden Künste Wien zu Prof. Heimo Zobernig.
 
Ausstellungen (Auswahl):
2005 Real presence, Museum for applied arts, Belgrad
2005 Pflege, Kunstverein Mannheim
2004 Wanderausstellung Straßburg-Karlsruhe-Saint Louis, Centre Artistique de Promotion et d`Echanges (CAPE): Prix des Arts 2004
2004 es hatte sich angeblich nie ereignet, mit Thomas Straub, Vitrine/Showroom für junge Kunst, Nürnberg
2003 Mise en Table, Barrage Vauban Straßburg
2003 Jahresausstellung Badischer Kunstverein Karlsruhe

 

 

Bitte hier text einfügenOhne Titel
v. Sebastian Reddehase
  

Standort: Zwischen Bofsheim und Osterburken
 
Windschief ragen zwei Masten am Waldrand aus dem Boden, die eine Brücke aus Drahtseilen halten. Doch ist die Konstruktion ihrer Funktionalität beraubt. Sie ist für den Vorbeikommenden nicht begehbar, obwohl sie ihrer Bestimmung gemäß eine Verbindung zweier Standorte herstellt. Die Brücke scheint aus dem Nichts zu kommen, sie hat ihren Ursprung in der Natur und führt zu ihr zurück: die Drahtseile verschwinden in Baumkronenhöhe im Wald. Der Bewuchs mit eingepflanztem Knöterich wird die Brücke mehr und mehr verschlingen, bis die ursprüngliche Konstruktion aus Stahl und Drahtseilen nur noch vage zu erkennen ist. Die Brücke als Symbol der Verbindung – etwa der Verbindung von Kultur und Natur – wird sich im Laufe der Zeit nur noch erahnen lassen. Das Kunstwerk als Zivilisationskritik mit Hinweis auf die Kräfte der Natur erstrebt eine Rückbindung an Flora und Fauna bei einem gleichzeitigen Aspekt von Verfall. Stück für Stück holt sich die Natur zurück, was ihr vom Menschen genommen wurde. In seinem Werk erinnert Sebastian Reddehase daran, dass das Gesicht der Landschaft heute stark von menschlicher Hand gezeichnet und die ökonomische Nutzung allgegenwärtig ist. Er greift den Gedanken an eine ursprüngliche Natur auf, die sich unaufhaltsam entfaltet, wo man ihr Raum und Zeit gibt.
 
Material:
Stahlbohrmasten, Stahlseil, Belaubung: Knöterich

 

H 7 m x B 2,50 m x L 14 m
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1978
Nach eigenständiger Atelierarbeit im Bereich Metall seit 1998 beginnt Sebastian Reddehase 2001 das Kunststudium auf Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle im Fach Metall bei Prof. Andrea Zaumseil.

 


Bitte hier text einfügenHinab durch die Mitte
v. Jenny Rempel
  

Standort: Ortseingang Sennfeld aus Richtung Adelsheim
 
Ein Abstecher zum Adelsheimer Ortsteil Sennfeld führt zu einem poetischen, humorvollen Werk, das sich an die Betrachterphantasie richtet. Einen Blick „hinab durch die Mitte“ gewährt der unscheinbare Brunnen mit freier Sicht durch die Erde hindurch, auf die „andere Seite“ des Himmels, die wir von hier aus nicht sehen können. Mit Hilfe einer Illusion kann man der eigenen Wahrnehmung viele Fragen stellen, zum Beispiel, wann ein Loch in der Erde aufhört tief zu sein oder ob ein grenzenloser Fall durch die Erde noch fallen wäre oder aufsteigen.
Unter einer Linse befindet sich außerhalb ihres Brennpunktes die Abbildung des Sternenhimmels, die erst mit der Brechung durch Wasser sichtbar wird. Der Brunnen füllt und leert sich in regelmäßigen Intervallen. Als vielfach verwendetes Motiv in Literatur und Kunst eröffnet der Brunnen ein breites Spektrum an Bedeutsamkeit. Mit Blick auf den südlichen Sternenhimmel kann der Betrachter seinen eigenen Assoziationen und Erinnerungen nachhängen und sich für ein paar Momente verzaubern lassen.
 
Material:
Beton, PMMA-Linse, Edelstahl, Glas

 

Durchmesser: 1,25 m
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1982
Von 2001-2002 hospitiert Jenny Rempel bei Motionworks Animations- und Zeichentrickstudio in Halle. 2002 beginnt sie ihr Studium an der Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle im Fachbereich Plastik/Metall bei Prof. Andrea Zaumseil.
 
Ausstellungen:
2003/2004 KunstAlsleben – unser täglich brot, Alsleben
Nov.-Dez. 2005 Fleißarbeit, C-Keller-Gallerie Weimar

 


Bitte hier text einfügenGerüst
Rudolf Reiber
  

Standort: Streckenabschnitt Ravenstein – Adelsheim, kurz nach Ortsausfahrt Merchingen Richtung Adelsheim
 
Mitten in der Natur, fern jeglicher Bebauung, stellte Rudolf Reiber sein Gerüst auf. In Punktverschweißung fixiert, nimmt es die Form und die Ausmaße eines Einfamilienhauses, das – innen begehbar – etwa 500 Menschen fasst. Die einfache Grundform ist an Kinderzeichnungen angelehnt: ein Quader und ein dreieckiges Prisma ergeben ein Haus mit Giebel und Satteldach. Die Erschließung neuer Räume mag man mit diesem Gerüst in freier Natur assoziieren. Das Gerüst markiert den Beginn eines Hausbaus, zugleich erinnert es hier an das Bild einer Ruine durch die Abwesenheit des Hauses. Es ist das Spiel mit Präsenz und Absenz: Die Verpackung ist vorhanden, aber der Inhalt fehlt. Der Künstler selbst assoziiert mit der Form des Gerüsts auch eine einschiffige Basilika. Lichtdurchflutet und nach allen Seiten offen erkennt er jenes hallenartige Gebäude aus altrömischer Zeit, das ursprünglich für Gerichts- oder Marktzwecke bestimmt war. Das Gerüst mitten in der Natur mag dem ein oder anderen Betrachter auch ein Unbehagen entlocken: er wird vielleicht an die Bebauung denken, die immer auch mit der Zerstörung von Naturräumen einhergeht.  
 
Material:

Fassadengerüst

 

L 10 m x B 14 m x H 7 m
Fläche: 140 m²
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1974
1996-1999 absolviert Rudolf Reiber eine Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer. Danach studiert er bis 2004 Freie Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Werner Pokorny, Prof. Micha Ullman und Prof. Udo Koch. 2002 verbringt er durch ein Erasmus/Sokrates Stipendium ein Auslandssemester in Vilnius/Litauen. 2005 beginnt er ein Aufbaustudium Freie Kunst bei Prof. Udo Koch an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
 
Ausstellungen (Auswahl):
2005 Fraktale IV, tod, 25 Positionen zeitgenössischer Kunst zum
Phänomen Tod, Palast der Republik, Berlin 2005 siebendundsieben, Kunst-Raum-Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
2005 viernulldreinulleff, Zentralbücherei Wilhelmspalais, Stuttgart 2005 Kunststudenten und Kunststudentinnen, Bundeskunsthalle Bonn
2004 Lassie, the House Guest, Videoscreening Wien
2004 Verantwortung und Sicherheit im Rahmen des Ausstellungsprojekts
“täglich frisch“, Galerie Oberwelt e.V., Stuttgart

 


Bitte hier text einfügenOhne Titel (Kirnaubad)
v. Johannes Wald
  

Standort: Streckenabschnitt Osterburken – Rosenberg, am Hochwasserrückhaltedamm
 
Unvermutet begegnet der Radwanderer am Hochwasserrückhaltedamm zwischen Osterburken und Rosenberg einem Sprungturm, der drei Meter in die Höhe aus der Landschaft ragt. Das Fundament, das den Sprungturm trägt, ist gleich einem Schwimmbecken mit weiß-blauen Kacheln gefliest. Wie das Fragment eines  Aquädukts mit angedeutetem Innenbogen erhebt sich der Turm über die Rasenfläche. Der Sprungturm ist Hinweis auf etwas, das fehlt – das gesellige Umfeld eines Schwimmbads kann lediglich imaginiert werden. Die Vorstellung eines Sprunges in die Tiefe geht einher mit Unbehagen. Lediglich bei Hochwasser wird sich die Umgebung wie ein großes Schwimmbecken weiten und den eigentlichen Zweck der funktionsfeindlichen Architektur vor Augen führen. Eine Metalltür auf beiden Seiten lädt zum Betreten ein, doch schnell wird man feststellen, dass die Eingangstüren nur Verblendungen sind. Das Wechselspiel von Imagination und Täuschung ist ein Aspekt, der in diesem Werk eindrucksvoll der Realität entgegengestellt wird. Als Stellvertreter von Abwesendem macht das Werk auf Dinge aufmerksam, die außerhalb seiner selbst liegen. Der Künstler lenkt den Blick und die Aufmerksamkeit vom Kunstwerk selbst ab hin zur Imagination des Betrachters.
 
Material:
Beton, Stahl, Fliesen

 

L 4 m x H 3 m x B 3 m
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1980
2002 beginnt Johannes Wald das Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Harald Klingelhöller.
 
Ausstellungen:
2005 nicht mit Steinen werfen, Gruppenausstellung, Galerie Anita Beckers, Frankfurt a.M.
2005 Passion des Sammelns, Gruppenausstellung, Halle 14, Leipzig
2005 Seeing History, Gruppenausstellung, Kunsthalle zu Kiel

 


Bitte hier text einfügenWaldstück
v. Manuela Tirler
  

Standort: Streckenabschnitt Ravenstein – Adelsheim, kurz vor Ortsteil Hergenstadt
 
In einem Waldstück nahe des Adelsheimer Ortsteils Hergenstadt begegnet der Radfahrer dem kubisch gefassten Pendant aus Stahl. Das zwei Tonnen schwere „Waldstück“ von Manuela Tirler ist aus sandgestrahlten Stahlrohren gefertigt, die wie Stämme unterschiedlich verzweigt zwei Meter nach oben ragen. Ein kubusförmiger Raum, der mit seiner Begrenzung den Charakter des Eingesperrtseins vermittelt,  umschließt nach zwei Seiten das „Waldstück“. Architektonisch umschlossen spielt das Werk auf die von Menschen Hand geschaffene Landschaftsarchitektur an. Die Künstlerin beschäftigt sich mit unserem kulturellen Verständnis von freier Natur, der Waldkultur, die die Bestände der Natur genau erfasst. Die Skulptur am Waldrand wird der Natur überlassen, ein natürlicher Oxidationsprozess wird die Stahlstämme im Laufe der Zeit immer mehr verrosten lassen. Die eingesperrte Landschaft, so mag man interpretieren, unterliegt wiederum der Kraft der Natur mit ihren Veränderungsprozessen. Das Kunstwerk greift gestaltend in die Natur ein und wird zugleich ein Teil des Kunstwerks Natur, das mehr und mehr seine Spuren hinterlässt. Eine spannungsvolle Wechselbeziehung beginnt, die in der Suche nach der Natur in der Natur mündet.
 
Material:

Stahl

 

L 2m x H 2 m x B 2 m
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1977
1998 wird Manuela Tirler an der Freien Kunsthochschule Nürtingen aufgenommen. 2002 beginnt sie ihr Studium der Freien Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Gert Riel, Prof. Werner Pokorny und Prof. Micha Ullman.
 
Ausstellungen (Auswahl):
2005 Teilnahme am landesweiten Kurzschluss-Ausstellungsprojekt in Stuttgart
2005 Einzelausstellung Schwebebalken, Galerie der Stadt Sindelfingen im Alten Rathaus Maichingen
2005 Installation Tore, Lange Nacht der Museen Stuttgart
2004 GutentAK, Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
2004 Landartprojekt, Ausstellung mit Micha Ullman
2004 Saarpfälzischer Kunstpreis, Bexbach
2003 Gruppenausstellung Wendlingen, OTTO-Areal

 


Bitte hier text einfügenOhne Titel
v. Kestutis Svirnelis
  

Standort: alle 2 km auf der gesamten Strecke des Radwegs
 
Eine besondere Akzentuierung und Rhythmisierung erhält der Skulpturenradweg durch Bronzeriegel, die in regelmäßigen Abständen quer in den Boden eingelassen sind. Kestutis Svirnelis setzt sich mit der Bedeutung von Maßsystemen als Grundlage unseres alltäglichen Lebens auseinander. Nahezu alles in unserem Umfeld ist vermessen, markiert und nummeriert. Auch Wegstrecken und Landschaftsräume strukturieren sich in mathematischer Konsequenz nach Metern und Kilometern. Der Radfahrer kann den Anfangspunkt seines Weges frei wählen, jeder Bronzestreifen ist individuelle Start- und Ziellinie und gibt Aufschluss über die bereits zurückgelegte Strecke. Die Zeit jedoch als Maßeinheit für die zurückgelegte Distanz im Raum, erfährt bei diesem Werk eine kritische Betrachtung. Der Künstler fixiert einen einmaligen Zustand der Straße durch einen Abdruck des Bodens, der als Bronzeguss exakt an jener Stelle wieder dem Boden zurückgeführt wird. Mit dem Bronzeguss erstarrt die Straße mit all ihren Fundstücken, die sich auf dem Boden entdecken lassen. Mal sind es Steine und Erdreste, mal die Früchte von Ahornbäumen oder gar ein totes Insekt. Die augenscheinlichen Bodenmarkierungen werden zu einem Sammelsurium von objet trouvés, die wie versteinerte Fossilien festgehalten werden. Jeder Abdruck führt einen anderen Zustand des Weges vor Augen und hält die Zeit fest. Das Werk versteht sich nicht nur als Wegbeschreibung in Form einer Vermessung und Markierung, sondern dokumentiert mit seinen plastischen Schnappschüssen ein bestimmtes Moment an einem bestimmten Ort. Der Weg selbst, der durch den Bronzeguss eine Komponente von Wert und Kostbarkeit erhält, wird zum Ziel.
 
Material: Bronze

 

B 1,25 m
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1976
1997-2002 studiert Kestudis Svirnelis Bildhauerei an der Kunstakademie Vilnius/Litauen. 2002 wechselt er an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

 


Bitte hier text einfügenManta
v. Stefan Roher
  

Standort: Streckenabschnitt Rosenberg – Ravenstein, zwischen Rosenberg und Ortsteil Bronnacker
 
Wie ein fossiler Urfisch wird der „Manta“ Stefan Rohrers aus der Straße herauskatapultiert und strandet am Straßenrand. Ein geistreiches Wortspiel greift der Künstler dabei auf. Ein zersägtes Auto – ein Manta – mit 18 m langen Ausläufern, die sich dynamisch um eine Kurve legen und im Boden verhaftet sind, ist Synonym für den Teufelsrochen oder Riesenmanta, um den sich vielerlei Sagen und Legenden ranken. Die beiden lappenartigen Kopfflossen, sein schwarzer „Frack“, der peitschenartige Schwanz und seine flügelähnlichen Brustflossen, die den Fisch mit Dynamik und Eleganz durch das Wasser „fliegen“ lassen, müssen in früheren Jahrhunderten die Fantasie der Menschen nachhaltig angeregt haben. Der Manta ist bekannt für seine unvermittelten Sprünge aus dem Wasser und seine akrobatischen und lebhaften Bewegungen. Der ausgeschlachtete und schwarz lackierte Manta Stefan Rohrers besticht ebenfalls durch seine organische Dynamik, die in einem rasanten Bewegungsablauf zu erstarren scheint. Wie bei einem Blick aus einem schnell fahrenden Auto wird Bewegungsunschärfe fixiert, die als Streifen entlang der Landschaft zieht. Das Werk soll wie ein Kurzfilm anmuten und ein Moment der Gefahr, den jeder Autofahrer schon einmal erlebt hat, symbolisieren. 
 
Material:
Auto, Stahl

 

L 18 m
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1968
Nach seiner Ausbildung zum Steinmetzmeister studiert Stefan Rohrer 1998-1999 Bildhauerei auf Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle. 1999 wechselt er an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart zu Prof. Werner Pokorny und Prof. Micha Ullman. 2003 wird der mit einem Werkstattstipendium der Erich Hauser Kunststiftung ausgezeichnet und beginnt 2004 ein Aufbaustudium bei Prof. Udo Koch an der Kunstakademie in Stuttgart.
 
Ausstellungen (Auswahl):
2005 siebendundsieben, Kunst-Raum-Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
2004 Wettbewerbsbeteiligung für Kreisverkehr, Göppingen, 1. Preis
2003 Saar Ferngas Förderpreis Junge Kunst 2002, Galerie Junge Kunst Trier
2002 Artist at work, Symposium Landesgartenschau Ostfildern, 1. Preis
2001 Niveau, Akademie Schloss Solitude, Stuttgart


 

Bitte hier text einfügenLuftschicht am Ufer
v. Katrin Riedel
  

Standort: Streckenabschnitt Osterburken – Rosenberg, nach der Talmühle kurz vor Ortseinfahrt Rosenberg
 
In der Nähe der Kirnau, kurz vor Rosenberg, ist ein grünlich-bläuliches Objekt zu finden, das wie zufällig auf einem Baumstamm abgelegt zu sein scheint. Oberfläche, Farbe und Transparenz erinnern an Wasser, das für einen Moment in seiner Bewegung innehält. Bei näherem Hinsehen erkennt man, dass die Skulptur ein nahezu massiver Polyesterharzabguss von einem geschnitzten Stück Styropor ist, der teils roh belassen, teils geschliffen und poliert wurde. Bei der „Luftschicht am Ufer“ handelt es sich um einen imaginierten Abdruck von der Wasseroberfläche und dem Ufer eines Baches. Die Künstlerin macht den unmöglichen Versuch, die flüchtigen Elemente Luft und Wasser als dreidimensionales Gebilde festzuhalten. Beim Lauschen auf die Geräusche der Natur und das Plätschern des Baches in unmittelbarer Nähe wird die Künstlichkeit des Gusses zur Irritation. Dabei verhält sich die Arbeit selbst ähnlich wie die dargestellte Wasseroberfläche: Sie changiert zwischen Transparenz und Täuschung, zwischen Ungreifbarkeit und sinnlicher Präsenz, zwischen Flüchtigkeit und Materialschwere.
 
Material:
Polyesterharz

 

L 1,55 m x B 1,28 m x H 35 cm
Gewicht: ca. 200 kg

 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1972
Nach dem Vorstudium der Kunstgeschichte und einer Ausbildung zur Steinbildhauerin in Freiburg, hospitiert Katrin Riedel in der Plastikwerkstatt der Deutschen Oper in Berlin. 1998-2001 ist sie als freiberufliche Theaterplastikerin tätig. 2001 beginnt sie ihr Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Hornig, Prof. Hörnschemeyer und Prof. Bock.
 
Ausstellungen (Auswahl):
2005 Kunststudenten in der südlichen Weinstraße, Karlsruhe
2004 Stipendiaten laden ein, Hausausstellung in der Kunststiftung Bade-Württemberg, Stuttgart
2003 Besichtigungstermin, Dresden


 

Bitte hier text einfügenStandpunkt (zur Betrachtung der Welt)
v. Veronika Rettich
  

Standort: Streckenabschnitt Ravenstein – Osterburken, nahe der Römerstraße kurz vor Ortseingang Osterburken
 
Vier gebogene Aluminiumgebilde ragen auf einer Anhöhe drei Meter nach oben. Es handelt sich um zwei Klammernpaare, die leicht versetzt auf einer Ausbuchtung des Radweges stehen und die Landschaft in einer Rundung rahmen. Je nach Standpunkt, wie nah oder fern der Betrachter sich an den Klammern bewegt, werden leicht verschobene Landschaftsausschnitte wahrnehmbar. Das Einnehmen einer Position erlaubt es, auch andere Betrachter beim Verweilen in der Klammer wahrnehmen zu können. Es entsteht die Situation des Beobachters der Beobachter. Das Skulpturenpaar erinnert an die Klammern, die in einem Text etwas Ausgespartes oder Nebensächliches bezeichnen. Die Assoziation der Klammer im Text verweist auf eine mögliche Lesbarkeit der Landschaft. Die Skulptur kreiert in ihrer Betonung der Betrachtersituation ein Paradoxon: Sie lenkt den Blick durch die Klammern, der Betrachter soll fokussieren oder einen Perspektivenwechsel durch das zweite Klammerpaar wagen. Zugleich wird Landschaft zu etwas Ausgespartem, Nebensächlichem, zu einer beiläufigen Klammer im Vorbeifahren. Veronika Rettich lässt mit ihrem Klammernpaar ein Moment der Konzentration auf ein Detail der Landschaft entstehen, das im gleichen Zuge dazu führt, sich selbst in der Landschaft und die Landschaft als Teil der Welt wahrzunehmen. Das Fokussieren eines Details wird zum Instrument der Wahrnehmung eines Ganzen – gerade durch die Einklammerung breitet sich die Landschaft in ihrer Größe vor dem Betrachter aus.
 
Material:
Aluminium, schwarz lackiert

 

H 3 m
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1977
1997-2000 besucht Veronika Rettich die Berufsfachschule für Holzbildhauerei in Berchtesgaden. 2000 beginnt sie ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Harald Klingelhöller.

 


Bitte hier text einfügenPaar im Park
v. Jan Löchte
  

Standort: Stadtgarten Adelsheim
 
Das Werk von Jan Löchte hat erst auf den zweiten Blick etwas erfrischend Leichtes und Humorvolles. Der Radwanderer wird sich zunächst wundern, mitten im Stadtpark von Adelsheim zwei zweckentfremdeten, zueinander angeordneten Straßenlaternen zu begegnen. Das Amüsante dieser Installation besteht darin, dass die beiden Laternen in fünf Metern Höhe durch Lichtzeichen in Kommunikation miteinander treten. Besonders bei Dämmerung wird man sich darüber amüsieren können, wie die beiden Lampen wortlos miteinander flirten. Es handelt sich nämlich um einen prozessorgesteuerten, in Morsesprache übersetzten Dialog aus dem  Liebesdrama  „Romeo und Julia“ von William Shakespeare. Die kleinere Laterne, Julia, hat bei der übersetzten Szene sehr viel mehr zu sagen als Romeo – so zumindest der Anschein durch die Vielzahl der Lichtsignale. „Die Zukunft der Laternen“, äußert sich der Künstler zu seiner Skulptur, „sieht natürlich düster aus: Sie können sich nicht zueinander bewegen, ein Kuss wird nie möglich sein, es bleibt bei der ständigen Wiederholung der gegenseitigen Zuneigung.“ Die Skulptur kann als ironischer Hinweis darauf verstanden werden, dass Kommunikation mitunter der Erklärung bedarf. Dem Betrachter jedenfalls erschließt sich diese Art des Gesprächs nicht von selbst. Es handelt sich um eine Codierung von Sprache, die nicht jeder zu entschlüsseln vermag.
 
Material:
Zwei Straßenlaternen, Elektronische Steuerung

 

H 5 m
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1977
1997 hospitiert Jan Löchte zunächst im Bereich Bühnenbild am Staatstheater Stuttgart. In seiner Ausbildung und der Tätigkeit als Metallbauer 1998-2001 konzentriert er sich auf die Fachrichtung Metallgestaltung. 2001 beginnt er das Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Werner Pokorny, Anna Tretter, Prof. Udo Koch und Alexandra Ranner. Ein Auslandssemester führt in 2004/2005 nach Vilnius/Litauen zu Prof. Mindaugas Navakas.
 
Ausstellungen (Auswahl):
2005 Promenadenmischung, Kunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen
2005 Between, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und Hong-Ik University Seoul – Austauschprojekt mit Seoul/Korea
2005 viernulldreinulleff, Zentralbücherei Wilhelmspalais
2004 Märzen, Chapel im Stauferpark Göppingen
2004 täglich frisch, Galerie Oberwelt e.V., Stuttgart

 

 

Bitte hier text einfügenOhne Titel
v. Andreas Kiessling
  

Standort: Streckenabschnitt Rosenberg – Ravenstein, kurz vor Ortseingang Merchingen 
 
Die asphaltierte Straße, die sich wie ein endloses Band durch die Landschaft schlängelt, wird in einem kleinen Tal nahe der Stadt Ravenstein jäh unterbrochen. Ein gestauchter Asphaltteppich türmt sich vor dem Radfahrer wellenförmig auf und macht die Weiterfahrt unmöglich. Der Asphalt, der den Weg markiert und das Reisen erleichtert, wird hier zu einem Hindernis, das die Fahrt unterbricht. Auf einer Strecke von ca. elf Metern verliert der Radweg seine eigentliche Funktion und Benutzbarkeit und wird selbst zur Skulptur. Vorbeikommende Radfahrer sind gezwungen, die asphaltierte Fläche zu verlassen und das Hindernis zu umfahren. Als wäre die Straße aus Gummi, spielt diese den Bewegungsablauf einer großen Schlange oder einer gewellten Teppichdecke nach, entfaltet die Wirkung eines mäanderartigen Ornaments oder erinnert an Wellen am Meer. Wer an gewohnten Verhältnissen festhalten möchte, wird an dieser Stelle eines Besseren belehrt!
 
Material:
bewehrter Faserbeton mit Pigmenten

 

H 3,80 m x B 3 m x L 11,50 m
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1975
1997 schließt Andreas Kiessling seine Ausbildung als Steinmetz ab. Vor seinem Studium der Freien Bildhauerei auf Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle bei Prof. Azade Köker arbeite er bis 2001 im Bereich Bühnenbild und Technik beim Performancetheater „Titanick“ in Münster und beim Leipziger Opernensemble. 2003 wechselt er in die Klasse  Bildhauerei/Metall

 


Bitte hier text einfügenGlück unterwegs auf der Suche nach
v. Elisabeth Howey
  

Standort: Streckenabschnitt Seckach – Buchen, Nähe Sägmühle
 
Von weitem nur als ein weißer Fleck erkennbar, begegnen zwei vielbeinige, nicht identifizierbare Wesen dem Radfahrer. Beide Figuren sind ähnlich in Aufbau und Charakter, jedoch nicht identisch. Sie scheinen sich am Radweg entlang zu bewegen und ihre Form lädt zum Verweilen und Berühren ein. Ob aus vergangenen oder aus zukünftigen Zeiten: mit ihren archaischen Formen sind die Figuren gleich Fabelwesen nicht in die reale Welt einzuordnen. Mögen sie als Traumfiguren, organische Manifestationen der Natur oder als kritischer Kommentar zu einer genveränderten Umwelt gelesen werden- immer stellen sie ein Rätsel in der Landschaft dar.
 
Material:
Stahlbeton mit Spezialzement

 

H 1,40 m x L 1,70 m, Gewicht: 1,2 t
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1969
Nach einer Tanzausbildung in der Tanzfabrik Berlin beginnt Elisabeth Howey 1994 ihre Ausbildung zur Steinbildhauerin in Berlin und arbeitet bis 1999 in der Denkmalpflege. Ihr Kunststudium an der Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle beginnt sie 2000 und  wird 2003 Schülerin bei Prof. Andrea Zaumseil.
 
Ausstellungen (Auswahl):
2002 Was kostet die Welt, Weiberwirtschaft Halle/Saale
2002 Zeit und Raum, Tanzschule Impuls, Bremen
2001 Tanz 1 bis Tanz 3, Klinikum Kröllwitz, Halle/Saale
2000 Gips und Tinte, Galerie im Salon Delicut, Berlin


 

Bitte hier text einfügenOhne Titel
v. Christian Friedrich
  

Standort: Streckenabschnitt Rosenberg – Ravenstein, Nähe Ortsteil Bronnacker
 
Die titellose Skulptur von Christian Friedrich entzieht sich jeglicher Kategorisierung. Zu einem fiktiven Flugobjekt, einem raumschiffartigen Gebilde, einem Wesen mit Insektenanmutung oder dem Skelett eines prähistorischen Tieres könnte man Ähnlichkeiten sehen. Aus polygonalen Aluminiumblechen gefertigt, mutet das geheimnisvolle Objekt in der Landschaft wie ein Fremdkörper an und suggeriert dabei ein utopisches Fluggefährt. Im Aufbau emporragend und lediglich an drei Punkten am Boden befestigt, erhält es den Anschein des augenblicklichen Abhebens oder Landens. Zu Leichtigkeit und Dynamik verhilft der Künstler der über drei Meter hohen Skulptur mit der Durchbrechung der zusammenlaufenden Glieder, welche die Sicht von der Außenhaut in das Innere lenkt. Der Innenraum dieser einzelligen Flugkabine weist dem Betrachter hinter einem fiktiven Bedienungspult seinen Standpunkt zu und eröffnet den Panoramablick auf die umgebende Natur. Doch die Matrix der Bedienung – das Schaubild – taucht an anderer Stelle auf. Dem Künstler dient diese als Instrument für die Entwicklung einer freien, nicht hergeleiteten Formensprache. Das von ihm erstellte Schaubild eines Schaltplans als autonomer Teil des Werks ist grundlegender Baustein seiner künstlerischen Arbeiten.
 
Material:
Aluminiumbleche

 

H 3,3 m x B 4,6 m x L 3,3 m
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1977
Christian Friedrich beginnt sein Studium der Bildhauerei 1998 an der der Hochschule für Bildende Künste Dresden. 2000 wechselt er an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe zu Prof. Harald Klingelhöller. Neben der Kunst gilt sein Interesse der Philosophie und ev. Theologie (Studium an den Universitäten in Tübingen und Heidelberg).


 

Bitte hier text einfügenFlora und Fauna 2005
v. Verena Frank
  

Standort: Streckenabschnitt Adelsheim – Seckach, auf der Alternativ-Strecke unterhalb des Kinder- und Jugenddorfs Klinge
 
Wie ein zufällig abgeworfenes Gebilde wirkt der Goldball in der Natur. Verena Frank führt der Natur Flora und Fauna als stählernes, in Goldlack getauchtes Konglomerat zurück. Ihr poetisches Kunstwerk besteht aus 22 identischen Einzelteilen, die sie in Handarbeit in unterschiedliche Formen gebogen und verschweißt hat. Eine intensive Auseinandersetzung mit den Pflanzen und Tieren der Region hat die Künstlerin zu ihrer Skulptur inspiriert. Grundlage des Werks sind ihre Zeichnungen der geschützten und bedrohten aber auch vertrauten Lebewesen. In Edelstahl konvertiert, treten heimische Flora und Fauna wie in einem Mikrokosmos untereinander in Beziehung und werden als Schmuckstück neu in die Landschaft eingefügt. Die glänzenden, zu einem gestrüppartigen Ball zusammengefügten Elemente motivieren zum genauen Hinsehen. Trotz der Gleichförmigkeit der Einzelteile, erhält jedes Element im Spiel mit Zwei- und Dreidimensionalität eine eigene Anmutung und lässt sich aus dem organischen Gemenge herauskristallisieren. Symbolisch kann das Spiel zwischen der Leichtigkeit der Struktur und der Eigenschaft des Materials gesehen werden. Das glänzende Gold als sakrale Farbe deutet auf eine Mystifizierung der Natur hin.
 
Material:
Edelstahl, Lack

 

Durchmesser: ca. 2,20 m, Gewicht: ca. 250 kg
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1974
Nach einer Ausbildung in den Bereichen Musik, Tanz und Theater und einem Diplom als Physiotherapeutin, besucht Verena Frank zunächst die Freie Kunstschule Stuttgart. 1999 beginnt sie ihr Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Klasse für Bildhauerei, Performance, Neue Medien. 2002-2003 ist sie Gaststudentin an der Ecole nationale supérieure des Beaux –Arts, Paris. 2005 erhält sie das Baden-Württemberg-Stipendium der Landesstiftung Baden-Württemberg für Japan.
 
Ausstellungen (Auswahl):
2005 redirection activities (Ersatzhandlungen)/, Kunstmuseum Stuttgart
2005 Humankapital, Lange Nacht der Museen Stuttgart
2004 Täglich frisch, Galerie Oberwelt e.V., Stuttgart
2004 The House Guest, Lassie, Wien


 

Bitte hier text einfügenOhne Titel
v. Andreas Blank
  

Standort: Kurz vor Ortseingang Osterburken aus Richtung Bofsheim
 
Eine surreale Szene schafft der Bildhauer Andreas Blank mit einem sechs Meter langen Arrangement. Zwei aus hellem Quarzit gesägte Bänke und ein Koffer aus schwarzem Basalt sind korrespondierend angeordnet. Den Radfahrer werden die Bänke sicherlich zur kurzen Rast einladen, der herrenlose Koffer hingegen wirft Fragen auf. Sitzbänke und Koffer rufen Assoziationen des Reisens und des Wartens hervor. Mit der Wahl des Standortes nahe der Eisenbahnlinie, die in die Ferne oder in die Fremde führt, verstärkt der Künstler diesen Eindruck. Wann mag der Zug eintreffen, wo mag er hinführen, wessen Habseligkeiten stehen hier? Der Koffer ist Hinweis auf eine Präsenz, die längst nicht mehr da ist. Die Anwesenheit dessen, der sein Reisegepäck wie zufällig abgestellt oder vergessen zu haben scheint, ist nicht mehr nachvollziehbar. Man mag sich an Samuel Beckett´s Stück „Warten auf Godot“ erinnert fühlen, in dem das unaufhörliche Warten dargestellt wird, das Warten abseits oder außerhalb der Zeit. Das in eigentümlichem Kontrast von Hell und Dunkel gestaltete Arrangement mag ebenso an die letzten Worte des Stückes von Beckett erinnern: „Gehen wir!“ Die darauf folgende Regieanweisung beschreibt das Verharren in Unbeweglichkeit: „Sie gehen nicht von der Stelle“. Der Koffer lässt sich keinen Zentimeter bewegen und hat ganz entgegen seiner Bestimmung Wurzeln geschlagen. Die herankommende Eisenbahn fährt vorbei und wird Bestandteil der absurden Szenerie – das Warten erweist sich als vergeblich.
 
Material:
Basalt, Quarzit

 

L 6 m, Gewicht: 750 kg
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1976
Nach seiner Ausbildung als Bildhauer beginnt Andreas Blank 2001 sein Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Harald Klingelhöller. 2003  wirkt er mit einem Werk beim Skulpturenpark Tuttlingen mit. 2002 wird er mit dem Förderpreis für Bildende Kunst der Stadt Ansbach, 2004 mit einem Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes ausgezeichnet.
 
Ausstellungen:
2005 Gruppenausstellungen im Kunsthaus Nürnberg, im Fine Art Institute Shenzhen und im Haus der Kunst, München


 

Bitte hier text einfügenRetrograde Umgestaltung
v. Daniel Beerstecher
  

Standort: etwa auf der Hälfte des Streckenabschnitts Osterburken – Adelsheim
 
Eine gefällte Eiche aus der unmittelbaren Umgebung wurde in Bretter zerlegt, einem Stahlkern angepasst und anschließend wieder zu einem Ganzen zusammengesetzt. Die ursprüngliche Form der Eiche hat nichts mehr gemeinsam mit der Form des skulpturalen Baumes, der sich nun, transformiert und auf einem Fundament verschraubt, als Stamm mit geschälter Rinde aus dem Boden erhebt. Lamellenartig zersägt, umfasst der Eichentorso einen Fremdkörper, der mit seinen stählernen Ablegern aus dem Stamm herausragt und den gewaltigen Eingriff sichtbar macht. Der Baum erweckt den Eindruck, unvollendet oder gar tot zu sein, kommt also nie an die Schönheit eines lebenden Baumes heran. Das Kunstwerk ist trotz seines beständigen Holzes den natürlichen Witterungsverhältnissen ausgesetzt. Die Stahlableger werden im Laufe der Zeit rosten und in einem Prozess der Veränderung ihr ursprüngliches Aussehen verlieren. Der Künstler setzt sich in seinem Werk mit dem widersprüchlichen Verhältnis des Menschen zur Natur auseinander. Durch Zersiedelung, Versiegelung des Bodens oder Umweltverschmutzung zerstört der Mensch die Natur. Im gleichen Zuge schafft er Naherholungsgebiete, renaturiert Flüsse und schützt sich vor Naturkatastrophen, die durch Zerstörung der Landschaft entstehen. Destruktion schafft die Voraussetzung für Renaturierung. Diese kommt allerdings in keiner Weise an den ursprünglichen Zustand der Natur heran. Die retrograde, also rückläufige Umgestaltung wird zum Sinnbild der Wechselwirkung von Zerstörung und Kreation, von Beständigkeit und Veränderung. Die Wahl einer deutschen Eiche mit ihren bedeutungsvollen Assoziationen eröffnet ein weiteres Feld der Interpretation.
 
Material:
Holz (Eiche), Stahl

 

H 4,50 m
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1979
Nach Praktika bei verschiedenen Künstlern beginnt Daniel Beerstecher 2003 sein Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Werner Pokorny und Prof. Udo Koch. Inspirierend für seine Arbeit ist eine Reise zu Fuß und ohne Geld von Flensburg nach Basel (2004).
 
Ausstellungen (Auswahl):
2005 Kurzschluss, erstes bundesweites Vernetzungsprojekt von Kunststudenten
2005 4030F, Stadtbücherei Stuttgart, Wilhelmspalais
2005 Between, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart –Austauschprojekt mit Seoul/Korea
2004 Sommerausstellung, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart


 

Bitte hier text einfügenWechselwild
v. Ilka Berndt
  

Standort: Streckenabschnitt Adelsheim – Seckach, kurz vor Ortseingang Zimmern
 
Kurz vor dem Seckacher Ortsteil Zimmern passiert der Radweg einen bewaldeten Abhang. Unvermutet kreuzt eine Skulpturengruppe, die sich im Unterholz zu verlieren scheint. Sieben zusammengehörige Körper aus Stahl heben sich mit ihren klaren, horizontalen Formen vom organischen Wuchs des Waldes ab. Die in einer Rundung unterschiedlich geschwungenen Körper zu beiden Seiten des Weges streben in ihrer Bewegung nach vorn und verharren dennoch im Waldboden befestigt. Der Wildwechsel wird zum „Wechselwild“ und entpuppt sich als fiktive Wegüberquerung. Bei ihren Reisen nach Skandinavien konnte die Künstlerin das Vorbeipreschen der Rentierrudel und ihr plötzliches Verharren beobachten. Die stillen Waldtiere hinterließen einen tiefen Eindruck auf Ilka Berndt und waren Inspiration für ihre Skulptur. Der Zustand des Innehaltens und kontrastierend die plötzliche Bewegung und Dynamik wird in der formalen Lösung der Skulpturengruppe exemplarisch aufgegriffen.
 
Material:
Stahl, geschweißt

L 3 m x H 80 cm x B 30 cm
 
Künstlerischer Werdegang:
Jahrgang 1976
Ihre Ausbildung zur Elfenbeinschnitzerin in Michelstadt beendet Ilka Berndt 2000 mit der Meisterprüfung. Im selben Jahr beginnt sie mit dem Studium Kunst/Keramik an der Burg Giebichenstein - Hochschule für Kunst und Design Halle bei Prof. Azade Köker. 2002 wechselt sie in den Fachbereich Kunst/Metall zu Prof. Andrea Zaumseil. Ihr besonderes Interesse gilt den Ländern im Norden: 1998 Studienaufenthalt auf Grönland, 2003-2004 Studienaustausch an der KHIB Bergen in Norwegen, 2004 Schneeseminar Finse in Norwegen, 2004-2005 Praktikum im Icehotel Jukkasjärvi in Schweden.
 
Ausstellungen:
2005 Troube I – Female body, Berlin
2004 Neue Kunst in alten Gärten, Lenthe-Hannover
2003 In den Wald, Braunschweig
2002 füreinander grenzen, Schwerin
2002 Identitäten – Orte, Beziehungen, Geschichten, Körper, DGB-Haus und Löwenpalais Berlin