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Wappen MerchingenMerchingen

Geschichtliches und Wissenswertes 

 

Merchingen ist - dem Namen und der Lage nach - ein sehr altes Dorf. Über die Entstehung und Entwicklung des Dorfes Merchingen bis zum 13. Jahrhundert ist nichts Näheres bekannt. Im Ehevertrag, den der Hohenstaufenkaiser Friedrich I Barbarossa mit König Alfons VIII von Kastilien zur geplanten Eheschließung ihrer Kinder, Herzog Konrad von Rothenburg o. T. und der Prinzessin Berengaria von Kastilien am 23. April 1188 in Seligenstadt am Main geschlossen haben, ist der Name Merchingen erstmals genannt. Vom Ende der Staufer bis zum 18. Jahrhundert trägt diese Gegend das Gepräge von Krieg, Fehde, Raub und Zerstörung.
 
Im späteren Mittelalter kreuzten sich hier 3 bedeutende Handelsstraßen. Eine Straße zog aus Richtung Rosenberg ins Jagsttal, auf der Handelsgüter von Frankfurt und Miltenberg nach Württemberg, besonders in das Hohenloher Land, nach Schwäbisch Hall und auch in die Markgrafschaft Ansbach und zurück befördert wurden; ferner wurde auf einer von Lindenplatz Adelsheim her führenden Straße die Ein- und Ausfahrt der Handelsgüter aus Frankreich und dem Raum Heidelberg-Mannheim in das Herzogtum Württemberg und insbesondere nach Würzburg geleitet. Die sogenannte „Sachsenstraße“ zog von Oberwittstadt durch die Merchinger Gemarkung nach Rossach-Widdern, auf der viele sächsische Waren von Würzburg nach Heilbronn, Stuttgart und weiter in die Schweiz befördert wurden.
 
So spielte Merchingen früher als Marktflecken eine bedeutende Rolle, was auch die Bevölkerungszahlen klar ausweisen. Das Marktrecht zu Grundschule I Ravenstein Pfingsten besteht seit 1595 und wurde dem damaligen Dorfherren „Hannes von Aschhausen“ durch Kaiser Rudolf II verliehen.
 
Im Jahre 1730 wurde Merchingen durch einen großen Brand stark zerstört; 1732 folgte eine Überschwemmungskatastrophe, welche viele Bauten wegschwemmte und auch allgemein großen Schaden anrichtete. Aufgrund dieser Ereignisse wanderten dann im Jahre 1749   49 Personen nach Amerika (Pennsylvanien) aus, um dort eine neue Heimat zu suchen.
 
Merchingen, eine typische Baulandgemeinde, liegt im südöstlichen Teil des Neckar-Odenwald-Kreises.
 
Die 1828 ha große Gemarkung wird von Norden nach Süden durch das Kessachtal in zwei Hälften geteilt. Schöne Wälder und Wiesen und gepflegtes Ackerland, oft von Busch- und Baumwerk bewachsenen Steinriegeln durchzogen, bilden ein wohl abgewogenes Landschaftsbild.
 
Die Hügel und Höhen bestehen aus einem Wechsel von teils körnigem, teils homogenem Muschelkalk und dünnen Überlagerungen von Löß. Geringe Lettenkeupervorkommen befinden sich im westlichen und nördlichen Randgebiet und werden hauptsächlich als Wald genutzt oder als Grünland bewirtschaftet.
 
Als eines der ältesten Bauwerke von Merchingen gilt das Schloß. Es wurde 1593 von Johann Erasmus von Aschhausen errichtet. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist der südlich gelegene Turm aber noch älter. Er gehörte sicherlich zu einer älteren Ritterburg, denn bereits im Jahre 1303 wird einem Ortsadel begegnet. Es sind dies die Herren von Aschhausen.
 
 
Von 1960 bis 1982 wurde die Flurbereinigung mit Beispielsdorfsanierung durchgeführt. Am 01.12.1971 schlossen sich die selbständigen Gemeinden Stadt Ballenberg, Erlenbach, Hüngheim, Merchingen, Oberwittstadt und Unterwittstadt zur Stadt Ravenstein im Wege der Freiwilligkeit, vor der anstehenden Gemeindereform, zusammen.
 
Am 10.12.1974 wurde die Autobahn Heilbronn - Würzburg, mit Auf- und Abfahrten auf der Gemarkung Merchingen eröffnet.
(Demonstration wegen der Nichtnennung Ravensteins auf den Autobahnabfahrtsvorankündigungsschildern) 
 
 
Gemarkung: 1.827,24 ha
Gebäude- und Freiflächen 41,99 ha
Erholungsflächen 3,72 ha
Verkehrsfläche 119,14 ha
- Straßen 63,49 ha 
- Wege 55,65 ha 
Landwirtschaftl. Flächen   1.082,04 ha
Waldfläche   549,70 ha
Wasserfläche   7,10 ha
Unland u.a.   23,55 ha
 
Siedlungen: 

  Dörnishof 
  Im Laber 5 Stück
  Hoher Baum 6 Stück
  Steinig 5 Stück
  Affeldern 2 Stück
 
Einwohner 1740 Ca. 670
  1840 Ca. 1300
  1930 Ca. 745
  1950 Ca. 1035
  1988 Ca. 800